Die Abschlusszeremonie der fünften Ausgabe des nationalen Literaturpreises Forum Traiani fand gestern, Sonntag, den 6. September, in Fordongianus statt. Die Veranstaltung, die sich im Laufe der Jahre zu einer der renommiertesten Auszeichnungen der italienischen Kulturszene entwickelt hat, lockte zahlreiche Autoren, Kritiker und Literaturbegeisterte in das Konferenzzentrum des Sardegna Grand Hotel Terme zu einem Abend, der die bedeutendsten Namen der zeitgenössischen italienischen Literatur ehrte.

Besonders bedeutsam für Sardinien war der Sieg von Paolo Desogus in der Kategorie Sachbuch mit seinem Werk „In Defense of Humanity: Pasolini Between Passion and Ideology“. Dieser Erfolg katapultierte die Insel an die Spitze des Preises, in einer Kategorie, in der auch Nicola Fano und Fulvio Conti konkurrierten und ebenfalls den ersten Platz belegten. In der Kategorie Belletristik ging der Preis an Domenico Conoscenti für seinen Roman „Manomissione“ und verwies damit Adrian Bravi und Fabio Bacà, zwei etablierte Namen der italienischen Erzählszene, auf den zweiten Platz. In der Kategorie Lyrik triumphierte Beatrice D’Abbicco mit ihrem provokant betitelten Gedichtband „La poesia non esiste“ vor Anna Settevendemmie und Valentina Pasquon.

Der Abend bot zudem Sonderpreise, mit denen Karrieren und Persönlichkeiten gewürdigt wurden, die sich durch Originalität oder kulturelles Engagement auszeichnen. Der Preis für das erste Werk ging an Matteo Auciello für sein Debütwerk „Tecniche miste di trasformazione“, das bereits die Aufmerksamkeit der Jury auf sich gezogen hat. Der Sonderpreis der Jury wurde dem Literaturkritiker Andrea Cortellessa verliehen , der für seinen unermüdlichen Einsatz in der Kulturvermittlung und seine Fähigkeit, neue kritische Perspektiven zu eröffnen, insbesondere im Hinblick auf das Werk von Pier Paolo Pasolini, ausgezeichnet wurde – ein roter Faden, der nicht zufällig auch das prämierte Sachbuch verband. Schließlich wurde der Forum-Traiani-Literaturpreis an Rosa Matteucci verliehen , die von der Jury als „kultivierte und respektlose Stimme“ beschrieben wurde. Ihr Werk vermag die in der italienischen Literaturtradition verankerte Verbindung von Komik und Tragik zu erneuern und den Körper als Tor zum Heiligen zu positionieren.

Die Preisträger wurden von der Fachjury unter dem Vorsitz von Massimo Onofri und mit den Mitgliedern Alessandro Cadoni, Giovanna Caltagirone, Simona Campus, Carla Del Vais, Domenico Fadda, Monica Farnetti, Rosanna Simona Morace, Mario Lucio Marras und Filippo Sani ausgewählt. Es war ein Abend voller namhafter Persönlichkeiten und Auszeichnungen, der einmal mehr die Lebendigkeit der italienischen Literaturszene unterstrich. Sardinien freute sich besonders über die Anerkennung eines seiner Autoren im nationalen Kontext.

© Riproduzione riservata