Ein Juwel im Zentrum von Cagliari: die Kirche San Michele
Der Bau begann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und die Kirche wurde 1738 geweiht.Die Kirche San Michele (Foto L'Unione Sarda)
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Die Kirche San Michele im Viertel Stampace fällt jedem sofort ins Auge, der von der Piazza Yenne die Via Azuni entlangspaziert. Der Bau begann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, und die Kirche wurde 1738 geweiht. Früher hieß es – ohne jeglichen Beweis –, die große Statue des Heiligen Michele an der Fassade sei aus einem einzigen Marmorblock gehauen worden, den ein Bauer beim Pflügen seines Feldes gefunden habe.
Gleich nach dem Betreten des Stadttors stößt man auf die Kanzel Karls V., die im Atrium an einer Wand lehnt. Sie stammt ursprünglich aus der heute nicht mehr existierenden Kirche San Francesco in Stampace. Ihre Inschrift erinnert an den Durchzug des Kaisers durch Cagliari auf seinem Weg nach Tunesien im Jahr 1535. Der Überlieferung nach besuchte er dort während seines Aufenthalts in der Stadt die Messe.
Sobald man den Eingang passiert hat, betritt man einen reich verzierten und bemalten Innenraum. Ein Spaziergang durch die Kapellen gleicht einem Besuch in einem Museum. In der Vorsakristei befinden sich Statuen, die die Mysterien der Passion Christi darstellen und während der Karwoche in Prozessionen getragen werden. Sie werden dem Bildhauer Giuseppe Antonio Lonis zugeschrieben. Das wahre Juwel aber ist die Sakristei. Rechteckig und im Rokokostil erbaut, ist sie mit Fresken und Gemälden gefüllt. Wer sie als „Heiligtum der Künste“ bezeichnete, hatte Recht. Und tatsächlich, angesichts der Decke mit dem Fresko „Triumph des Namens Jesu“ von Altomonte und der riesigen Leinwände an den Wänden, ist eine andere Bezeichnung unmöglich. Hier befindet sich das wohl größte sakrale Gemälde der Stadt: „Der Kindermord in Bethlehem“ von Domenico Colombino und Giacomo Altomonte.
Für die Existenz dieses Juwels müssen wir dem Wohltäter Francesco Angelo Dessì, einem Anwalt und Politiker, danken, der der Gemeinde große Summen spendete. Er finanzierte auch andere wichtige öffentliche Bauvorhaben, und so ist es nicht verwunderlich, dass seine sterblichen Überreste heute in dem kleinen Marmormausoleum in der Kirche neben dem Altar ruhen.
