Bis zum 25. Oktober ist im Nivola-Museum in Orani die Ausstellung „Nivola, Kolumbus und die Umgebung“ zu sehen.

Eine von Chiara Gatti und Anna Pirisi kuratierte Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Gianni Colombo Archiv in Mailand, die Teil des neuen Programms „Nivola vis-à-vis“ ist, das einen Dialog zwischen dem großen sardischen Künstler – der 1988 verstarb – und Schlüsselfiguren der Kunstszene seiner Zeit schaffen soll.

„Das Ausstellungsprojekt“, erklären die Organisatoren, „entfaltet sich über drei Räume, drei Umgebungen, drei Orte, die es zu durchqueren und zu erleben gilt. Es untersucht das Thema Raum und die experimentelle Sprache der Umgebung als einen Ort der Beziehungen zwischen unserem Körper und der bewohnbaren Dimension, die ihn willkommen heißt, ihren Perspektiven, Volumina, ihrer Leere und ihrem Licht.“

So finden sich hier Nivolas „Raum der Träume“, Gianni Colombos „Elastischer Raum“ und der „Raum der Erinnerung“ zur Aktivierung des kollektiven Gedächtnisses. Eine Erzählung in drei Momenten, in dreiteiligen Räumen, wie die rhythmischen Einheiten alter Lieder; ausgehend von der chorischen Erinnerung entsteht eine umfassendere Reflexion darüber, wie wir Raum bewohnen und wahrnehmen. Die sinnliche Erfahrung des Publikums wird an der Forschung der Künstler und zugleich am Raum selbst gemessen.

Die wissenschaftliche Begründung für das Projekt liegt in einem bemerkenswerten zeitlichen Zusammentreffen. Costantino Nivolas erste Umweltstudie datiert aus dem Jahr 1968: das Modell für das Denkmal für Antonio Gramsci, das im selben Jahr entstand, in dem Gianni Colombo seinen „Elastic Space“ auf der Biennale in Venedig ausstellte.

Das Denken über Raum als Kreuzung war das, was Nivola in den 1960er Jahren mit seinen horizontalen Monumenten, wie etwa dem Projekt für die Piazza Satta, tat. So entstehen Verbindungen zwischen den Meistern in der Konstruktion und den Lichtbahnen, die den Raum definieren. „Ein Licht, das durch das Fenster eintritt“, sagte Nivola, „um die anhaltende Dunkelheit aufzulösen / Aus meinem Tempel und Gefängnis der Intimität / Und meinen Tagträumen.“

In Nivolas ästhetischer Forschung nimmt der Raum die Rolle eines primären Raummaßes ein: nicht bloß ein architektonisches Umfeld, sondern ein Ort, der um unsere Anwesenheit herum konstruiert ist. Der bewohnte Raum wird so zum Kern seiner Überlegungen, ein Volumen, das konzipiert ist, um Menschen aufzunehmen, zu definieren und mit ihrer Umgebung zu verbinden. Diese Idee durchdringt sein Werk, in dem Architektur, Skulptur und Alltag zu einer zutiefst menschlichen Raumvision verschmelzen, die sich später in den „kleinen Theatern“ manifestiert, welche auf modularen Formen, mathematischen Beziehungen und Proportionen basieren. Es entsteht eine subtile, suggestive Spannung, die eine rätselhafte und kontemplative Sphäre heraufbeschwört. Die „Traumboxen“, die kleinen Theater, erforschen somit unser Eintauchen in einen Innenraum, in die Perspektive, die uns umgibt, wie stumme Akteure in einer Aufführung ohne Drehbuch, gefangen in einer Zeit, die das Werden im wechselnden Licht verrät.

Colombos Reflexion wiederum öffnet sich dem Thema der Erfahrung. „Ich wollte mich mehr mit dem Gleichgewichtszustand, der Empfindung und der Beziehung des Betrachters zum Raum auseinandersetzen“, sagte er, „anstatt ein komplexes, szenografisches visuelles Spektakel zu schaffen […]. Ich suchte nach der Möglichkeit, diese Empfindungen in ein Werk zu integrieren, das als emotionaler Faktor und Ausdrucksakt genossen werden kann.“ (Gianni Colombo, Typoskript, 1964/65) Die bewohnbare Rekonstruktion des Traumzimmers, im Dialog mit Colombos „Elastischem Raum“, bewirkt eine Verschiebung der Wahrnehmungserfahrungen inmitten von Desorientierung, sich verschiebenden Koordinaten und illusionistischen Fluchten.

In diesem Zusammenhang ist der dritte Raum so gestaltet, dass er das kollektive Gedächtnis bewahrt. Als Akt aktiver Bürgerschaft verwandelt er den Raum von einem neutralen Behälter in eine Denkfabrik, ein Instrument zum Sammeln von Erinnerungen durch verschiedene Sprachen, Stimmen, Blicke, Schriften und Bilder – eine minimalistische, aber entscheidende Geste für die Schaffung eines Archivs, das vom Museum bewahrt wird. Das Waschhaus wird so zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs, an dem Erinnerung, Kunst und Gemeinschaft in einer neuen, gemeinsamen Erfahrung verschmelzen.

(Unioneonline)

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