Der aus Bitonto in Apulien stammende Gaetano Spinelli, der in den Bann der Post-Macchiaoli-Bewegung geriet, entwickelte nach seiner Ankunft in Sassari als Dozent am Technischen Institut eine besondere Beziehung zu der Insel. Am Mittwoch um 19:00 Uhr eröffnet die Pinacoteca Nazionale in Sassari die erste sardische Ausstellung, die dem Künstler gewidmet ist und den Titel „Im Schatten Sardiniens. Werke von Gaetano Spinelli“ trägt.

Die Ausstellung präsentiert rund zwanzig Werke (Leihgaben aus privaten Sammlungen), von denen viele sardische Motive zeigen und zwischen 1904 und den 1930er Jahren entstanden sind. Zudem werden Porträts von Familienmitgliedern und engen Freunden sowie zeitgenössische Dokumente und Fotografien gezeigt, die helfen, den persönlichen und künstlerischen Kontext des Künstlers zu rekonstruieren.
Die Werke von Gaetano Spinelli befinden sich in den Sammlungen bedeutender Kunstgalerien, darunter die Uffizien in Florenz. Trotz dieser Anerkennung ist der Künstler der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Die von der Pinacoteca di Sassari präsentierte Ausstellung möchte ihn und sein Werk ins Rampenlicht rücken, dessen Malstil mal melancholisch, mal leuchtend und lebendig ist und stets intensive Emotionen vermittelt.
Geboren in eine Künstlerfamilie aus Apulien, begann Spinelli seine künstlerische Laufbahn an der Seite seines Vaters Francesco und setzte später sein Studium an den Kunstakademien in Neapel und Turin fort. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts lebte er abwechselnd auf Sardinien und in Florenz und entwickelte eine besondere Verbundenheit zu Sassari, wo er 1903 als Lehrer am Technischen Institut ankam. Auf Sardinien lernte er seine zukünftige Frau kennen, und diese Ehe sollte eine tiefe Verbundenheit mit der Insel knüpfen, so sehr, dass ihn die renommierte Kunstzeitschrift „Emporium“ 1916 als „Interpret der sardischen Seele“ bezeichnete. Spinelli war ein aufmerksamer Beobachter, fasziniert von der Schönheit der Landschaften und den strengen Gestalten in ihrer Tracht.
Die Eröffnung ist kostenlos. Die Ausstellung ist bis zum 27. September 2026 geöffnet.

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