Der Begriff „Parteigänger“ wurde aus Bella Ciao entfernt. Alice De Andrè zu Delia: „Worte müssen Stellung beziehen.“
Die Schauspielerin, Fabrizios Nichte, kritisiert die Wahl des sizilianischen Sängers für das Maikonzert scharf: „Das ist wie mit Hühnerfleischbällchen: Die gibt es nicht mehr.“Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die heutige Erkenntnis ist, dass wir so große Angst davor haben, Spaltung zu verursachen. Dass wir sogar anfangen, unser Gedächtnis zu beschneiden. Dann geht es nicht mehr um Inklusion, sondern um Amnesie mit guten Manieren. Ganz und gar nicht.
Alice De Andrè, Schauspielerin (und Fabrizios Nichte), nutzt weiterhin soziale Medien, wo ihre Videos zunehmend an Popularität gewinnen, um den Vorfall beim Maikonzert zu analysieren, bei dem die sizilianische Sängerin Delia „Bella Ciao“ verfälschte, indem sie das Wort „Partisan“ durch den Ausdruck „Mensch“ ersetzte. Sie habe nicht die Absicht gehabt, Spaltung zu verursachen, sagt sie.
„Und weil das Problem mit der Geschichte offensichtlich war, dass sie zu präzise war“, greift Alice De Andrè aus Sardinien an. „Stellen Sie sich das mal vor: Der Widerstand wird zu einer inklusiven WhatsApp-Gruppe. Leute, keine Partisanen mehr, weil sich sonst jemand beleidigt fühlt. Lasst uns Menschen gegen Menschen ausspielen. Aber sehr bequem, sauber, neutral … ein bisschen inhaltsleer. Denn wenn man die unangenehmen Wörter weglässt, erweitert man nicht die Bedeutung. Man verwässert sie wie verdünnten Wein auf Dorffesten. Man trinkt mehr, aber man spürt nichts. Und außerdem ist das Wort „Partisan“ etymologisch gesehen nicht spaltend.“
So geht die Überlegung weiter: „Ein Partisan ist jemand, der sich beteiligt, Punkt. Gegen einen Besatzer, gegen Unterdrückung, gegen etwas, das er nicht akzeptieren will. Ja, sie waren alle Menschen. Aber Menschen, die entschieden haben, auf welcher Seite sie stehen. Sehen Sie, ich verstehe auch ihren Willen. Man will etwas anders machen, man will alle einbeziehen“, sagt er und wendet sich an Delia, „man glaubt, man tut etwas Revolutionäres. Aber das ist der wahre Fall, sich selbst ins Knie zu schießen, nicht wahr? Das ist schlimmer als Hühnerfleischbällchen. So etwas macht man nicht. Denn nicht alle Worte müssen diplomatisch sein. Manche Worte müssen die Dinge auf den Kopf stellen, sie müssen Stellung beziehen.“
Laut de André müssen sie sagen: „Ich bin da. Sonst geht das Ganze bald von vorne los.“ Romeo und Julia werden zu zwei Individuen mit familiären Differenzen. Und Krieg, einer der klassischsten Kneipenstreits. Die Botschaft des Tages ist, dass wir so große Angst vor Spaltung haben. Dass wir sogar anfangen, unser Gedächtnis zu verfälschen. Dann geht es nicht mehr um Inklusion. Es ist Amnesie mit guten Manieren. Absolut nicht.
(Unioneonline/E.Fr.)
