Das letzte Mal in Porto Cervo. Und dann wurde Lady Diana zur Legende.
Am 31. August 1997 starb die Volksprinzessin in Paris. Wenige Stunden zuvor war sie mit Dodi Al Fayed von Olbia aus gestartet.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Ein Lächeln für die Fotografen. Ein Flug nach Paris. Und wenige Stunden später schlägt das Schicksal zu. Es ist der 30. August 1997, und Lady Diana steht am Flughafen Olbia kurz vor der Abreise von Sardinien mit Dodi Al Fayed. Ziel: Frankreich. Nach den Tagen zwischen Porto Cervo und Tavolara ahnt sie nicht, dass dies ihre letzten Stunden sind. Sie ahnt nicht, dass am selben Abend vor 29 Jahren, kurz nach Mitternacht, der Mercedes, in dem sie mit Dodi und dem Fahrer Henri Paul reiste, in den Tunnel unter der Pont de l'Alma fuhr und verunglückte. Die beiden Männer waren sofort tot, Diana wurde aus dem Wrack geborgen und ins Krankenhaus Pitié-Salpêtrière gebracht. In den frühen Morgenstunden des 31. August die Nachricht, die die Welt erschüttern sollte: Die Prinzessin von Wales ist tot. Verschwörung oder Tragödie?
Im weltweiten Fernsehen
Sie ist 36 Jahre alt. Vor dem Kensington Palace türmen sich Blumen, die Straßen Londons füllen sich mit Menschen – eine kollektive Trauer, die die an Distanz gewöhnte Monarchie überwältigt. Sechs Tage später durchquert der Sarg London auf dem Weg zur Westminster Abbey. Hinter dem Sarg gehen William, 15, und Harry, gerade einmal 12. Zwei Jungen, die gezwungen sind, ihre eigentlich intimste Trauer vor den Augen der ganzen Welt zu durchleben. Denn selbst im Tod ist es der Frau, die jahrelang versucht hatte, ihr Leben vor dem Druck der Fotografen zu schützen, nicht gelungen, deren Blicken zu entkommen. Und selbst in jener Augustnacht, im Alma-Tunnel, umgibt sie erneut ein Meer aus hellen Objektiven.
Das Märchen
Eine Psychose, die ihr keine Ruhe ließ, seit sie mit noch nicht einmal zwanzig Jahren in die britische Königsfamilie eingetreten war. Diana Spencer wurde am 1. Juli 1961 in Norfolk in eine der bedeutendsten Adelsfamilien Großbritanniens geboren. Nur neunzehn Jahre später, während einer Fasanenjagd auf dem Familiensitz in Althorp, erregte sie die Aufmerksamkeit des begehrtesten Sprosses, des Thronfolgers von England. Charles war damals 32 Jahre alt. Am 29. Juli 1981 fand die Märchenhochzeit in der St. Paul’s Cathedral statt: Millionen von Menschen verfolgten die Hochzeit im Fernsehen, ein ikonisches Kleid, die junge Diana verkörperte das Bild der zukünftigen Königin.
«Wir waren zu dritt»
Doch die Ehe entpuppte sich als Albtraum, und die Beziehung zerbrach allmählich. Charles, der noch immer an seiner großen Liebe Camilla Parker Bowles hing, konnte sich nicht von ihr lösen. „Wir waren zu dritt in dieser Ehe, es war etwas zu eng“, sagte Diana später. Sie sah sich nicht nur mit einem distanzierten Ehemann konfrontiert, sondern auch mit einer Königsfamilie, deren strenges Regime ihr zunehmend zu einengend war. Die Spannungen zwischen Charles und Diana wurden zum Thema in Zeitungen und Fernsehen, und selbst die von Königin Elizabeth II. angeordnete Scheidung, die am 28. August 1996 rechtskräftig wurde, beendete den Albtraum nicht.
Der Rollenwechsel
Die Paparazzi waren allgegenwärtig. Sie verfolgten sie aus Restaurants, vor den Schulen ihrer Kinder, in den Ferien. Jedes Outfit, jeder Gesichtsausdruck, jede Freundschaft konnte zur Geschichte werden. Bis Diana lernte, mit dieser Aufmerksamkeit umzugehen. Wollte die Presse sie fotografieren? Dann entschied sie selbst, wohin die Linse gerichtet wurde. In diesen Jahren wurde sie zur Prinzessin der Herzen: eine Frau, die Krankenhäuser betrat, Kinder umarmte, Kranken die Hand schüttelte und sich an die Seite der Ausgegrenzten setzte. Sie engagierte sich im Kampf gegen die Stigmatisierung von AIDS-Kranken, unterstützte humanitäre Organisationen und lenkte die internationale Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen Landminen.
Auf Sardinien
Und in jenem Sommer auf Sardinien, mit Dodis Liebe, gerade als sie Frieden gefunden zu haben schien, sollte alles enden. Charles würde König werden, ihre Söhne William und Harry würden ohne sie aufwachsen und schließlich auf gegnerischen Seiten stehen. Eine Geschichte von Entfremdung, gescheiterten Versöhnungsversuchen und ständigen Enthüllungen: Das letzte Kapitel wird die Stimme ihres Bruders Charles Spencer sein, der am 22. September seine Memoiren „Schwanengesang: Diana, meine Schwester“ veröffentlicht.
Für immer
Weitere Skandale, vermutlich noch ein weiterer, werden das Bild des Mannes, der die britische Monarchie transformierte und sie zerbrechlicher, zugänglicher und menschlicher machte, nicht trüben können. Und das wird die Welt auch 29 Jahre nach seinem Tod niemals vergessen.
