Eine Nacht, die zehn Jahre lang erträumt, erhofft und ausgemalt worden war. An einem warmen Sommerabend wurde sie Wirklichkeit. Ultimo eroberte Tor Vergata, er eroberte Rom, er eroberte alles mit dem rekordverdächtigen Konzert, das ihn vor 250.000 Besuchern aus ganz Italien zum König der Livemusik krönte und ihm 2017 im Modena Park mit 225.000 Fans den Thron „entriss“.

Eine dieser Nächte, die man nie vergisst, die man einrahmt. „Der Tag, auf den ich gewartet habe“, wie der Titel seines neuen Albums lautet.

Zuletzt trifft er per Hubschrauber ein, in seiner charakteristischen Kappe und weißen Weste. Ihn erwarten die 250.000 Menschen, die Sonne, Hitze, die langen Fußwege und die Unannehmlichkeiten auf sich genommen haben (die letzten Reihen befinden sich nur wenige hundert Meter von den ersten entfernt).

Eine 140 Meter lange und 60 Meter hohe Megabühne (mit 2.500 Quadratmetern hochauflösender LED-Leinwand, gekrönt von Ultimos Unterschrift, und einem 30 Meter langen, unendlichkeitsförmigen Laufsteg) erstrahlt und markiert den Beginn des Rituals. Auf den riesigen Leinwänden sind Bilder von tränenüberströmten Augen, innigen Umarmungen und Handys zu sehen, die bereit sind, einen unvergesslichen Moment festzuhalten. Im Hintergrund der von der Universität Tor Vergata bereitgestellten Räumlichkeiten erscheint der Schriftzug „Selig sind die Letzten, denn sie werden die Ersten sein“, gefolgt von Ultimo, dessen Augen ebenfalls tränenüberströmt sind wie die derer, die stundenlang auf ihn gewartet haben. Er ist sichtlich angespannt und aufgeregt, doch sobald er „Pianeti“, das erste Lied des Programms, anstimmt, löst sich die Anspannung auf, und er verbeugt sich vor den Menschen, die vor ihm stehen.

„Rom, du bist ein Meisterwerk, und das ist nicht einfach nur ein Konzert. Das ist der Tag, auf den ich gewartet habe, das ist das Märchen, das ist das Märchen für immer.“ Hunderte rote Ballons flattern fröhlich im Publikum. Die Liedtexte gehen in Lieder über, die sich rasch abwechseln: Lunedì, Ovunque tu sia, Bella veramente, Rondini al guinzaglio. Und dann Romantica, La stella più fragili dell'universo. Die Lieder, die ihn (in einer immer noch ambivalenten Beziehung) mit dem Sanremo-Festival verbinden, folgen Schlag auf Schlag: Colpa delle favole, I tuoi particolari, Il ballo delle incertezze. Fabrizio Moro betritt die Bühne mit Eternity (Il mio quartiere), nachdem er das Publikum vor Ultimo bereits angeheizt hat. Beide stammen aus dem Vorort San Basilio, aber was noch wichtiger ist: Moro gehörte zu den Ersten, die an Niccolò Moriconi glaubten, der später Ultimo wurde.

Die Setlist enthält „Fateme Cantà“, seinen Ausbruch gegen ein erdrückendes System, gefolgt von „Stasera“ und „Poetry Without Veils“. „Manche Lieder versetzen einen zurück in die Zeit, als man sie geschrieben hat, und erinnern sich, warum man sie geschrieben hat. Ich habe dieses Lied 2021 geschrieben, und ich erinnere mich genau, wann: Es ist ‚Solo‘“, sagt er und erinnert sich an die Covid- und Quarantänezeiten.

Und so geht es rasch dem Ende entgegen, wobei Ultimo sich zurückhält und die Bühne scheinbar nicht verlassen will. Ein Konzert ohne unnötigen Schnickschnack, ohne technische Spielereien oder Spezialeffekte, trotz seiner Grandiosität essentiell. Alles war darauf ausgerichtet, das Erlebnis für die 250.000 Menschen zugänglich zu machen, die dem Aufruf gefolgt waren und ununterbrochen mitsangen: 38 Audiokanäle und 18 riesige Leinwände im gesamten Konzertbereich sorgten dafür, dass sich jeder als Teil dieses einzigartigen Ereignisses fühlte. Ein außergewöhnliches Musikereignis, das auch ein großer kommerzieller Erfolg war und 90 Millionen Euro Umsatz sowie 16 Millionen verkaufte Tickets generierte. Das Finale ist wahrhaft mitreißend: Die am meisten erwarteten Lieder erklingen: Giusy, Piccola Stella und der unvermeidliche Schluss mit „Sogni appesi“.

(Unioneonline)

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