Das Festival „Rock X Gramsci“ kehrt nach Ales zurück – eine Mischung aus Musik und Gedanken.
Der Titel der Ausgabe 2026 lautet „Die Souveränität des Rechts“: ein Abend mit Lesungen und Live-Musik.Die Trümmer
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Am Samstag, den 19. September, kehrt „Rock X Gramsci“ nach Ales zurück. Die Musikveranstaltung, die vom Kulturverein Antonio Gramsci Birthplace Cultural Association of Ales organisiert wird, findet bereits zum 23. Mal statt.
Traditionsgemäß verbindet das Festival Musik und Gedanken und stellt die Person und Bedeutung von Antonio Gramsci, dem kommunistischen Intellektuellen, der am 22. Januar 1891 in Ales geboren wurde, in den Mittelpunkt.
Der für die Ausgabe 2026 gewählte Titel lautet „Die Souveränität des Gesetzes“ und ist einem Artikel von Gramsci entnommen, der am 1. Juni 1919 in der piemontesischen Ausgabe von Avanti! veröffentlicht wurde. In diesem Text reflektiert der Autor über die Bedeutung von Freiheit und Gesetz sowie über das Verhältnis zwischen Individuum, Staat und Gesellschaft und stellt die Vorstellung in Frage, dass das Albertinische Statut den Italienern eine wahre „Souveränität des Gesetzes“ garantiert habe.
Hinter der scheinbaren rechtlichen Gleichheit, so Gramsci, bestehen weiterhin tiefgreifende soziale Ungleichheiten. Zu dem Widerspruch zwischen Theorie und Wirklichkeit kommt die Kritik an einem Staat hinzu, der in der Nachkriegszeit die Kontrolle über die Gesellschaft immer weiter verschärfte, bis hin zum „Kasernenstaat“.
Die Betrachtung thematisiert auch die vermeintliche Neutralität des Rechts: Laut Gramsci spiegelt es die in der Gesellschaft bestehenden Machtverhältnisse wider und schützt letztlich die Interessen der herrschenden Klasse. Zentral ist zudem die Kritik an der Figur des „individuellen Bürgers“ in der bürgerlichen Gesellschaft, eingebettet in ein System, das auf Konkurrenz und Opposition zwischen Individuen beruht.
Eine vor über einem Jahrhundert verfasste Betrachtung, die aber immer noch die überraschende Fähigkeit besitzt, die Gegenwart zu hinterfragen und Fragen über das Verhältnis zwischen Freiheit, Rechten, Staat und Ungleichheiten aufzuwerfen.
Monica Mureddu wird den Text von der Bühne Rock X Gramsci vortragen, begleitet von Musik des Komponisten Stefano Guzzetti.
Von Interviews bis zu Konzerten
Der Abend beginnt um 18:30 Uhr in der Dalton Music Association mit dem üblichen Interview mit den Bands, die in Rock X Gramsci vertreten sind. Kuratiert wird das Interview von Claudio Loi, dem Herausgeber der Online-Zeitung Sa Scena und einem langjährigen Freund der Vereinigung.
Der Höhepunkt der Veranstaltung ist für 22:00 Uhr mit einer Lesung von Gramscis Text geplant. Anschließend gibt es Musik von den drei Gästen der Ausgabe 2026: Calcinacci, TV Shock und Elli De Mon.
Den Auftakt des Live-Konzerts macht Calcinacci, ein 2025 gegründetes Trio aus Cagliari, bestehend aus Monica Mureddu (Gesang), Marco Mancini (Gitarre) und Stefano Guzzetti (Bass). Das Projekt entstand aus einer Mischung aus autobiografischen Texten, Lebensfragmenten und musikalischer Erkundung. Das Ergebnis ist eine rohe, essentielle und bewusst unvollkommene Musik, die Themen wie Arbeit, Unsicherheit, Beziehungen, Kommunikationsprobleme, die digitale Revolution und Krieg behandelt.
Im Mai 2026 veröffentlichten Calcinacci ihr Debütalbum „NOI“, zehn Songs, die aus einem intuitiven und gemeinsamen kreativen Prozess entstanden sind. Die Gruppe präsentierte ihr Projekt bereits live an verschiedenen Orten, darunter die Cueva Rock in Cagliari und die Terrasse des Nivola-Museums in Orani. Mancini und Guzzetti gehörten zu den Gründern von Antennah, während Mureddu und Mancini die Erfahrung bei Chiodi Blu teilten – zwei bedeutenden Gruppen der sardischen Independent-Musikszene.
Anschließend betritt Elli De Mon, Künstlername von Elisa de Munari, die Bühne. Dieses Ein-Frau-Ensemble erschafft mit Gitarre, Bassdrum, Snare-Drum, Rasseln, verzerrten Klängen und indischer Psychedelia ein ganz eigenes Klanguniversum.
Ihre Musik schöpft aus der Bluestradition von Größen wie Bessie Smith, Fred McDowell und Son House und durchdringt Punk, Stoner, Gospel und Psychedelic-Klänge. Elli De Mon ist eine Künstlerin mit umfangreicher internationaler Erfahrung, stand bereits mit zahlreichen Größen der Rock- und Bluesszene auf der Bühne und tourte durch Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Belgien und die Schweiz.
2025 veröffentlichte sie „Raise“, ein Konzeptalbum im venezianischen Dialekt, das Gospel, Balladen, Stoner-Musik und traditionelle Musik mit einer düsteren Note verbindet. 2026 folgte „Grembo de Pria“, eine 7-Inch-LP im venezianischen Dialekt, deren Erlös Organisationen zugutekommt, die Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch unterstützen und schützen.
Den Abschluss des Konzertprogramms bildet TV Shock, eine Band, die 2020 in Cagliari gegründet wurde und eng mit den Traditionen des '77er Punk, des Old-School-Punkrock, des Rock 'n' Roll und des Garage-Rock der Sechziger verbunden ist.
Die Gruppe, bestehend aus Musikern verschiedener traditionsreicher sardischer Bands, begann während des Lockdowns mit der Entwicklung ihrer ersten Songs. Das Ergebnis war die Veröffentlichung ihres Debütalbums „In Your City“ im Jahr 2023 beim Madrider Label Take The City Records. Seitdem hat TV Shock ihre Musik auf Bühnen in ganz Italien und Spanien präsentiert.
Beim Rock X Gramsci werden sie mit der neuen Besetzung auftreten, bestehend aus Federico Cocco am Schlagzeug, Nicola Erdas am Bass, Alessandro Ladu an der Gitarre und Umberto Manduchi am Gesang.
Der Abend klingt mit einer Aftershow mit DJ CrampeX aus. Der Eintritt ist frei.
(Unioneonline)
