Nach einem kometenhaften Aufstieg und großer Präsenz auf der Leinwand und im Fernsehen zählt Cillian Murphy zweifellos zu den beliebtesten Schauspielern der Gegenwart. Schon jetzt wird er von Horrorfans für seine mitreißende Darstellung in „28 Days Later“ hoch geschätzt und avancierte schnell zu einem der gefragtesten Schauspieler in Christopher Nolans Filmen. Seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur an „Oppenheimer“ verdankt der irische Star seinem Oscar-Gewinn als Bester Hauptdarsteller im Jahr 2024.

Doch wer eher an Fernsehunterhaltung gewöhnt ist, kennt ihn vor allem für seine Arbeit an „Peaky Blinders“, der von Steven Knight für die BBC entwickelten und von Netflix vertriebenen Serie, die nach sechs Staffeln 2022 mit einem berührenden Epilog endete. Das Franchise hat sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft und bereitet sich nun auf die Erweiterung mit neuen Spin-off-Projekten vor, allen voran mit dem Kinostart von „Peaky Blinders: The Immortal Man“, der Fortsetzung mit Murphy in der Hauptrolle. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Geschichte von Thomas Shelby und erleben eine andere Welt und Ära als in der Fernsehserie, geprägt von historischen Ereignissen, die das Gleichgewicht der Welt beeinflussen werden.

Im Birmingham des Jahres 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, wird Thomas aus dem Exil gezwungen und kämpft, um sich und seine Familie vor den Deutschen zu schützen. Erneut in gefährliche Missionen verwickelt, prallen die Geister der Vergangenheit auf die der Gegenwart und führen ihn zu einer unausweichlichen Auseinandersetzung.

Die neue Serie, die am 20. März auf Netflix erscheint, wirft mit dem ersten offiziellen Teaser, der Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, bereits eine zentrale Frage auf: „Was ist aus dem berüchtigten Gangster Tommy Shelby geworden?“ Aus dem geleakten Video geht hervor, dass die Zeit ihn gezeichnet hat, er aber immer noch das charakteristische Outfit trägt, das ihn in den Serienfolgen so unverwechselbar gemacht hat. Zur Besetzung gehören außerdem Rebecca Ferguson, Tim Roth, Sophie Rundle, Barry Keoghan, Stephen Graham und Jay Lycurgo. Auch Ned Dennehy, Packy Lee und Ian Peck kehren zurück.

Aus den bisherigen Informationen geht hervor, dass das Thema Nationalsozialismus in „The Immortal Man“ eine zentrale Rolle spielen wird. Murphy selbst versuchte daher in einem Interview mit dem Telegraph, jegliche Bedenken hinsichtlich des Tons und der historischen Darstellung auszuräumen. Er erwähnte eine Passage, in der die Gang sich mit Nazis verbündet, um der britischen Wirtschaft zu schaden, und stellte klar: „Dieser Film ist nicht ‚The Zone of Interest‘. Und das Letzte, woran ich beteiligt sein möchte, ist ein moralisierendes oder dogmatisches Werk, denn Filme sollten einem niemals vorschreiben, was man zu fühlen hat. Sie sollten nur Fragen aufwerfen.“

Er vertiefte das Thema mit einigen Andeutungen und fügte hinzu: „Das dürfte ein unterhaltsamer Actionfilm mit viel Herz werden, der aber auch provokant sein könnte. Die besten Mainstream-Unterhaltungsfilme bewegen sich auf beiden Ebenen gleichzeitig.“ Er zitierte „Oppenheimer“ selbst und schloss: „Wenn ihr darüber reden wollt, wo wir in der Welt stehen und wie nah wir dem nuklearen Weltuntergang sind, könnt ihr Oppenheimer in diesem Sinne betrachten. Aber wenn ihr einfach nur einen großartigen Film mit gewaltigen Explosionen sehen wollt, ist das auch völlig in Ordnung.“

Vier Jahre später verriet Paul Andersen – bekannt für seine Rolle als Arthur Shelby – in einem Interview mit LADBible anlässlich des Kinostarts von „The Immortal Man“, dass das Serienende ursprünglich anders geplant war. In Anspielung auf die Entwicklungen im Film sollte die letzte Folge Glockengeläut beinhalten, das den dramatischen Ausbruch des Zweiten Weltkriegs symbolisieren sollte: „Wir hören die Glocken läuten, und die Sirenen heulen auf – der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Unsere Söhne ziehen in den Krieg. So wollte er die Serie enden lassen, und seitdem ist viel passiert.“

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