Carlitos Páez in Cagliari: „So habe ich die Katastrophe in den Anden überlebt.“
Der ehemalige Rugby-Spieler, heute 72 Jahre alt, befand sich an Bord des Flugzeugs, das in den 1970er Jahren in den Cordillera-Bergen abstürzte. Er überlebte nach 72 sehr schwierigen Tagen: „Ohne Hilfe, ohne Gespräche kommt man nirgendwo hin.“Landung, Rückfälle und Wiedergeburt sind Metaphern, die für den 72-jährigen Carlitos Páez, ehemaligen uruguayischen Rugby-Spieler und Überlebenden des Flugzeugabsturzes in den Anden – der Vuelo 571 am 13. Oktober 1972 – in erster Linie Ausdruck seiner Lebenserfahrung sind. Er ist ein Mann mit eisernem Willen, der sich von den schweren Schicksalsschlägen nicht unterkriegen ließ. Seine Erlebnisse füllten die Seiten von 26 Büchern und das Filmmaterial von neun Dokumentarfilmen und drei Spielfilmen. Von Montevideo aus sollten Carlitos und sein Team, die „Alten Christen“, nach Santiago de Chile fliegen, um dort ein Spiel zu bestreiten. Doch die Fokker F27 der uruguayischen Luftwaffe stürzte im Schnee ab und zerbrach aufgrund einer Fehlberechnung der Position durch die Piloten während eines Sturms. 29 Menschen starben. Sechzehn Menschen, darunter Páez, überlebten 72 Tage Isolation in der Cordillera, in der eisigen Kälte auf 4.200 Metern Höhe, während sie auf Rettung warteten. Sein starker, angeborener Humor half ihm, durchzuhalten und später seine Alkohol- und Kokainsucht zu überwinden. Wie? „Ich habe mich zusammengerissen“, sagt Carlitos Páez, der am Freitagabend im Lazzaretto zu Gast von Cagliari Calcio bei einer Veranstaltung war, die von Tommaso Giulini und seiner Frau Ilaria Nardi anlässlich des Gigi-Riva-Gedenktages in Anwesenheit von Sportminister Andrea Abodi und Präfektin Paola Dessì organisiert wurde.
„Ohne Hilfe, ohne Austausch kommt man nicht weiter. Vor allem dann nicht, wenn man nichts mehr zu verlieren hat und mit letzter Kraft am Leben festhält.“ Das sagt Paèz in einem ausführlichen Interview in L’Unione Sarda, das jetzt online und in der App verfügbar ist.
Lorenzo Piras
