Cannigione, wie es einst war: Erinnerungen an ein Küstendorf
In den Räumen des Monsignore-Romero-Oratoriums ist eine Fotoausstellung zu sehen, die den Ursprüngen gewidmet ist.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Es gibt Orte, an denen die Vergangenheit niemals verschwindet: eingefangen in einem Schwarz-Weiß-Foto, vielleicht vergilbt, in den Gesichtern einer Prozession, in der Silhouette eines Bootes, das den Golf überquert, in einem Mann, der einen Pflug benutzt, in einer Gruppe von Menschen mit einem hart arbeitenden Leben, in einer Handvoll Häuser, taucht sie aus der Vergangenheit wieder auf, um uns allen ihre Geschichte zu erzählen.
In Cannigione ist diese Erinnerung zurückgekehrt und spricht nun in den Räumen des Monsignore-Romero-Oratoriums in der Pfarrei San Giovanni Battista, dank einer Fotoausstellung, die den Ursprüngen des Dorfes gewidmet ist.
Gianni Filigheddu kuratierte die Ausstellung gemeinsam mit der San Giovanni Battista Association. „Die Idee entstand aus dem Wunsch, unsere Geschichte, die allzu oft übersehen wird, ins Rampenlicht zu rücken“, erklärt er. Es ist eine uralte Geschichte, die weit vor der Entwicklung des Tourismus verwurzelt ist und eine Gemeinschaft porträtiert, deren Leben von Landwirtschaft, Viehzucht und dem Meer lebte. Fischfang, so Filigheddu, diente in erster Linie der Selbstversorgung: Fast jede Familie besaß ein kleines Boot, aber nur wenige konnten tatsächlich vom Fang leben. Zu den Familien, die zur Entstehung und Entwicklung des Dorfes beitrugen, zählen laut Filigheddu die Familien Fresi, Orecchioni, Filigheddu und Pileri. Die Bilder zeigen Prozessionen, die bereits 1948 dokumentiert wurden, die alte Kirche, um die sich die erste Siedlung bildete, die Arbeit auf den Feldern und vor allem die enge Verbindung zum Golf. Cannigione war tatsächlich ein sicherer Hafen, und La Maddalena sein Hauptmarkt: Zweimal wöchentlich brachten Boote landwirtschaftliche und tierische Produkte auf die Insel und im Gegenzug Waren, Kleidung und Werkzeuge zurück. Sie stellten außerdem wichtige Verbindungen zu Dienstleistungen und medizinischer Versorgung her. Dann kamen die 1960er Jahre und der Tourismus. „Es war, als hätte man uns auf eine Rakete verladen und ins Jahr 2000 geschossen“, scherzt Filigheddu. Wohnhäuser, Hotels, Campingplätze und der Hafen veränderten das Gesicht des Ortes rasant.
Heute blickt Cannigione in die Zukunft, ohne seine Identität zu verlieren. „Vor allem wünschen wir uns, dass die Gemeinde einem Weiler, der so viel zur Region beiträgt, mehr Aufmerksamkeit schenkt.“ Aus diesem Gedanken entstand die Ausstellung: sich an die eigene Herkunft zu erinnern, um die Zukunft besser zu verstehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. August zu sehen.
