Cagliari, Tommy Emmanuel für einen Abend voller Gitarrenspiel
Das heilige Monster des Fingerstyle begeisterte das Publikum von über 1000 Zuschauern auf der Messe.Eine Gitarre, ein Stuhl und eine einfache Bühne: Mehr brauchte Tommy Emmanuel nicht, um Pavillon D der Messe von Cagliari in einen Tempel der akustischen Musik zu verwandeln.
Das Konzert, das Teil der Italien-Tournee 2026 der Grammy-Verleihung 2024 war und von der unter der Leitung von Nicola Spiga stehenden Vereinigung „Form und Poesie im Jazz“ veranstaltet wurde, bei der auch ein Auftritt im Teatro Verdi in Sassari stattfand, zog ein großes Publikum an, das bereit war, einer wahren Meisterklasse in Stil, Technik und musikalischer Kommunikation beizuwohnen.
Den Abend eröffnete Alberto Lombardi, ein römischer Gitarrist, der zu den meistgeschätzten Gitarristen der nationalen Fingerstyle-Szene zählt.
Seine Darbietung, intensiv und mit viel Liebe zum Detail im Klang, verlieh der Bühne Eleganz und Persönlichkeit.
Als Tommy Emmanuel die Bühne betrat, wurde die Atmosphäre sofort energiegeladener.
Der australische Maestro braucht keine Bühnenrequisiten: Seine charismatische und lächelnde Ausstrahlung genügt, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Schon in den ersten Takten zeigte sich sein unverwechselbarer Stil: die Fähigkeit, die Gitarre in ein komplettes Orchester zu verwandeln, in dem Bass, Melodie, Harmonie und Perkussion in perfekter Balance zusammenwirken.
Das Konzert war ein ständiger Wechsel von überwältigender Virtuosität und Momenten außergewöhnlicher emotionaler Intensität.
Tommy Emmanuel zeigte eine tadellose und erstaunliche Technik, die jedoch nie ein Selbstzweck war: Jede Passage, selbst die spektakulärste, stand stets im Dienste der musikalischen Erzählung.
Bei den dynamischeren Stücken folgten die vielen Fans des berühmten Seiltänzers begeistert dem Rhythmus, während sich bei den intimeren Passagen der Raum in fast ehrfürchtiger Stille versammelte, um seinen magnetischen Darbietungen zu lauschen.
Die menschliche Dimension der Serie ist nicht weniger bedeutsam.
Emmanuel bezog das Publikum mühelos mit ein, indem er Geschichten, Lächeln, kurze Sketche und Anekdoten abwechselte und so ein Gefühl der Kameradschaft schuf, das die Veranstaltung noch ansprechender machte.
Es entstand der Eindruck, nicht nur ein Konzert zu besuchen, sondern eine authentische Begegnung zwischen Künstler und Publikum zu erleben.
Die Standing Ovations folgten am Ende nach einem Duo-Auftritt mit Alberto Lombardi und den vielen Zugaben, die von Tausenden auf der Messe lautstark gefordert wurden und einen Abend auf höchstem künstlerischem Niveau krönten.
Tommy Emmanuel bestätigte seinen Status als heiliges Monster der Weltgitarre und seine außergewöhnliche Fähigkeit, mit einem einzigen Instrument zu begeistern, und demonstrierte einmal mehr, dass sechs Saiten in den richtigen Händen ein ganzes Universum erzählen können.
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