Im Brotzu-Krankenhaus in Cagliari findet derzeit eine der komplexesten Hüftrevisionsoperationen Italiens statt: Ein maßgefertigtes, 3D-gedrucktes Implantat gibt einem Patienten seine Unabhängigkeit zurück. „Dieser Eingriff bestätigt das hohe Niveau unseres nationalen Gesundheitssystems und die Rolle unseres Krankenhauses als Referenzzentrum für hochkomplexe orthopädische Eingriffe“, betont Maurizio Marcias, Geschäftsführer des Anas Brotzu Krankenhauses.

Wie in einer Pressemitteilung erklärt wird: „Es gibt Eingriffe, die eine chirurgische Herausforderung darstellen, während andere bis vor wenigen Jahren als nahezu unmöglich galten. Dies trifft auf die Revisionshüftprothese zu, die vom Team der Orthopädie- und Traumatologieabteilung des Arnas-Brotzu-Krankenhauses in Cagliari unter der Leitung von Giuseppe Dessì durchgeführt wurde. Dank der Implantation einer vollständig individualisierten Hüftpfannenkomponente, die auf Grundlage seiner anatomischen Merkmale entworfen und mithilfe von 3D-Drucktechnologie hergestellt wurde, konnte einem 63-jährigen Patienten seine Mobilität und Unabhängigkeit zurückgegeben werden.“

Die Krankengeschichte

Die Operation wurde am 6. Juni im Krankenhaus San Michele an einem Patienten mit einer besonders komplexen Krankengeschichte durchgeführt. Der Mann hatte sich 1985 in Frankreich einer ersten Hüfttotalendoprothese links unterzogen und musste sich im Jahr 2000 aufgrund eines Prothesenversagens einer Revisionsoperation unterziehen. Im Laufe der Jahre hatte die fortschreitende Lockerung des Implantats aufgrund aseptischer Lockerung zu einem erheblichen Knochensubstanzverlust im Becken und damit zu einem signifikanten Azetabulumdefekt geführt. Aufgrund dieses Zustands waren herkömmliche, handelsübliche Revisionsprothesen nicht mehr verwendbar und erforderten eine vollständig individualisierte Lösung.

Die Planung

Nach einer eingehenden klinischen und radiologischen Untersuchung planten Giuseppe Dessì und sein Team ein hochspezialisiertes Verfahren, basierend auf der Entwicklung einer maßgefertigten Hüftgelenkpfanne, die exklusiv für die anatomischen Gegebenheiten des Patienten angefertigt wurde. Wie in der Pressemitteilung erläutert, umfasste das Verfahren die Entfernung der gelockerten Prothese, die Rekonstruktion des schweren Knochendefekts mittels Knochentransplantat und die anschließende Implantation der maßgefertigten Komponente. Dies ermöglichte die stabile Rekonstruktion des Gelenks und die Wiederherstellung des korrekten Hüftrotationszentrums. Die Zusammenarbeit mit Permedica, einem italienischen Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Hightech-Orthopädieimplantaten spezialisiert hat, war entscheidend. Die Bioingenieure arbeiteten eng mit dem Operationsteam zusammen, um das Implantat zu entwickeln. Es wurde aus einer Titanlegierung im 3D-Druckverfahren hergestellt und verfügt über eine hochgradig osseointegrative Oberfläche, die durch die patentierte Traser®-Technologie erzielt wird. Diese Technologie fördert die biologische Integration in den Restknochen. Die Planung wurde zudem durch die Erstellung eines maßstabsgetreuen dreidimensionalen Modells des Beckens und des Implantats unterstützt, mit dem der Eingriff vorab simuliert und die Positionierung der Fixationsschrauben anhand von Trajektorien, die bei der dreidimensionalen Rekonstruktion des Beckens untersucht wurden, präzise definiert werden konnte.

Der Rehabilitationsprozess

„Die Operation“, erklärt Brotzu, „verlief ohne Komplikationen, und auch der postoperative Verlauf war unauffällig. Nach der Rehabilitation erlangte der Patient allmählich die Funktionalität des operierten Beins zurück und konnte seine normalen Alltagsaktivitäten wieder selbstständig aufnehmen – ein Zustand, der in den letzten Jahren durch den fortschreitenden Verlust der Gelenkfunktion stark beeinträchtigt war.“

Die Entscheidung, diese Erfahrung zu veröffentlichen, fiel erst nach Abschluss der ersten Nachuntersuchung und Bestätigung der klinischen, mechanischen und radiologischen Stabilität des Implantats. Diese Vorgehensweise entspricht dem Ansatz der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie des Arnas Brotzu Krankenhauses, einem führenden Zentrum für komplexe Revisionsoperationen im Bereich der Prothetik. Dort werden Ergebnisse erst nach konkreter Überprüfung ihrer Wirksamkeit kommuniziert. Es handelt sich um den ersten Eingriff dieser Art auf Sardinien und einen der wenigen in Italien, bei dem eine vollständig individualisierte Hüftgelenksrekonstruktion durchgeführt wurde. Dieses Ergebnis bestätigt, wie die Integration hochspezialisierter chirurgischer Fähigkeiten, Bioengineering und additiver Fertigungstechnologien neue therapeutische Perspektiven selbst in komplexesten Fällen eröffnet.

Technologie und Professionalität

„Die 3D-Drucktechnologie etabliert sich zunehmend in der orthopädischen Chirurgie und ermöglicht es uns, klinische Situationen zu bewältigen, die bis vor wenigen Jahren noch enorme technische Schwierigkeiten mit sich brachten“, erklärt Giuseppe Dessì, Direktor der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie . „Dieser Fall zeigt, wie sich dank wachsender Fachkompetenz und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit heute selbst höchste Komplexität bewältigen lässt. Mein Dank gilt Permedica für die rein italienische Unterstützung, die es uns ermöglichte, eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln. Der Designprozess war langwierig und komplex: Chirurgen und Bioingenieure arbeiteten in verschiedenen Phasen zusammen, bis ein dreidimensionales Modell des Knochendefekts und des Implantats erstellt war, das als präzise präoperative Simulation diente. Dieser Schritt machte die Arbeit im Operationssaal sicherer und genauer.“

Ein Aushängeschild für Sardinien

„Heute kann ein sardischer Patient, selbst in einem äußerst komplexen Fall, in seiner eigenen Region die Expertise, die Technologie und die Professionalität finden, die ihm Lösungen bieten, für die er noch vor wenigen Jahren in nationale oder internationale Zentren verlegt werden musste“, ergänzt Maurizio Marcias, Geschäftsführer von Anas Brotzu. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis von Teamarbeit, kontinuierlichen Investitionen in Expertise und der Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Patienten die bestmöglichen Behandlungsoptionen zu bieten. Wir haben uns entschieden, diese Erfahrung erst nach der Bestätigung ihrer klinischen Wirksamkeit zu teilen, denn wir sind überzeugt, dass die beste Kommunikation auf Ergebnissen basiert, und wir möchten denjenigen, die vor komplexen Behandlungswegen stehen, Zuversicht und Hoffnung vermitteln.“

(Unioneonline)

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